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Strictly Bluegrass

Traditional American Songs & Tunes

Unterhaltsam und lebensbejahend

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„Strictly Bluegrass“ und „Bluegrass Cwrkot“ begeistern im Bürgerhaus Neuer Markt

Bluegrass-Nacht“ im Bürgerhaus:

Im Rahmen des Summits der European Bluegrass Music Association veranstaltete der 2010 gegründete deutsche Dachverband GBMA (GermanBluegrass Music Association) unter Vorsitzvon Friedrich Hog am Samstag ein Konzert, für das wahrhaftig hochkarätige Musiker angereist waren:

Es spielten das tschechische Quintett Bluegrass Cwrkot und das Münchner Quartett Strictly Bluegrass.


Dass das doch eher nüchterne Ambiente des Rechtecksaales schnell in Vergessenheit gerät, ist dem natürlichen Auftreten der Musiker ebenso zu verdanken wie dem hoch motivierten Publikum, das sich als echte „Fangemeinde“ erweist. Der erste Teil des Konzerts gehört den Münchnern, die Hog als Band vorstellt, „die Bluegrass macht, aber auch über den Tellerrand guckt“.
Mit den typischen Bluegrass-Instrumenten Banjo, Fiddle, Mandoline, Gitarre, Dobro und Kontrabass spielt und singt sich die Gruppe durch ein breites Repertoire, das von traditio nellen Songs wie „Pig in a pen“ über stark irisch geprägte Instrumentalstücke („Irish spring“) bis hin zu Gospels reicht. Kommt die Musik meist volkstümlich-vital daher, verharrt sie auch mal in wehmütiger Klage um die untreue Geliebte oder die verlorene Heimat.
Zu viel Raum für Tragik bleibt indes nicht, da für sorgt auch der quirlige Gregor Thurmair (Fiddle und Mandoline), der mit seinen frech fröhlichen Kommentaren Gelächter provoziert: „Das ist unser erster Auslands-Striptease in diesem Jahr“ oder Altersmäßig werden wir nur von den Rolling Stones getoppt“, flachst er.
An die Nähe zu den US-amerikanischen Ursprüngen des Bluegrass -dieser entstand um
1945 aus der Musik der Band „Bill Monroe and his Bluegrass Boys“ -, erinnert bei den (mit Ausnahme der Songtexte) in breitem Bayerisch parlierenden Münchnern der spontane Wechsel ins Englische, wobei die Band vergnügt auch mal den umgekehrten Schritt vollzieht und in Bob Dylans „Man gave names to all the animals“ unvermutet singt: „Laft so a Viecherl durch an Wald wie a Depp… ja des iss ja der Sepp!“

Ihre Instrumente beherrschen die Vier, neben Thurmair sind dies Dieter Rahner an Banjo, Dobro und Mandoline, Gitarrist Emanuel Niklas und Kontrabassist Günther Wimberger  in aller Perfektion, wie sie in virtuosen Solo-Parts beweisen, und auch was ihre stimmlichen Qualitäten betrifft, bleibt festzustellen:           Es passt einfach.

Als „Bluegrass Cwrkot“ die Bühne betritt, wird eine Dynamik in Gang gesetzt, die mit Nostalgie gewiss gar nichts mehr gemein hat Schon optisch (mit weißen Hüten) eine Reminiszenz an Bill Monroe, wirken die Tschechen auch von der übermütigen Umsetzung der Songs her wie ein Revival der Bluegrass-Boys.
Nicht, dass es ihnen an Originalität mangele ob die Brüder Pavel und Petr Brandejs (an Kontrabass beziehungsweise Banjo), die die Band 1984 gründeten, oder ihre Kollegen Jan Lzicar (Gitarre), David Koucky (Fiddle) und Marek Macak (Mandoline) Das Quintett überzeugt mit einer lebensbejahenden Performance, musikalisch anspruchsvoll und höchst unterhaltsam.
Die fünf lassen sich auf populäre Songs wie "Truck drivin’ man“ genauso kraftvoll ein wie etwa auf Stücke aus der Feder ihres verstorbenen Mitglieds Milan Leppelt. Es wird gejodelt, gefiddelt und gesungen, was das Zeug hält, Chop-Schläge sorgen für mitreißenden Rhythmus, und persönliche Nähe entsteht durch Anekdoten, die Petr Brandejs zum Besten gibt.
Er übt mit den amüsierten Zuhörern auch ein, wie Cwrkot ausgesprochen wird („Sorry for the name…“).
Der Abend kulminiert in Zugaben der beiden Bands gemeinsam, erstaunlich homogen und begleitet von freundschaftlich-humorvollen Gesten.

Fazit:

Der Abend kann nicht nur aus Sicht der Bluegrass-Szene als exzellente Darbietung rein akustischer Musik gewertet werden.                                        

 

Katrin König